Das ganze Bauteil erwärmen
Das Bauteil muss in den Ofenkanal passen, eine geeignete Geometrie haben und die Prozesstemperatur als Ganzes vertragen.
Schutzgas im Bandofen →GRAG Wissen · Aus unserer Praxis
Unter Schutzgas, mittels Induktion oder mit der Flamme: Entscheidend sind Bauteilgeometrie, Werkstoff, Wärmebedarf und die notwendige Nacharbeit.
Eine allgemeine Übersicht gibt eine erste Orientierung. Für die konkrete Verfahrenswahl beurteilen wir Ihre Zeichnung, die Werkstoffe und die Anforderungen an das fertige Bauteil. Dabei verbinden wir technisches Know-how mit unserer praktischen Erfahrung.
Das Bauteil muss in den Ofenkanal passen, eine geeignete Geometrie haben und die Prozesstemperatur als Ganzes vertragen.
Schutzgas im Bandofen →Induktion ermöglicht eine örtlich begrenzte Erwärmung. So lässt sich die Wärmebelastung ausserhalb der Lötstelle begrenzen.
Induktionslöten →Die Flamme lässt sich gezielt ausrichten, wenn die Geometrie eine andere Wärmeführung erschwert. Sie kann die Induktion auch ergänzen.
Flammlöten →01 / Schutzgas
Hartlöten unter Schutzgas im Bandofen eignet sich, wenn das Bauteil in den Ofenkanal passt und seine Geometrie eine zuverlässige Lötung ermöglicht. Entscheidend ist ausserdem, dass das gesamte Bauteil die erforderliche Prozesstemperatur verträgt, ohne dass seine benötigten Eigenschaften nachteilig verändert werden.
Beim Hartlöten unter wasserstoffhaltigem Schutzgas wirkt die Atmosphäre reduzierend: Unter geeigneten Bedingungen werden Oberflächenoxide abgebaut und die Benetzung durch das Lot unterstützt. Bei geeigneten Werkstoffen und abgestimmter Prozessführung entstehen blanke Oberflächen.
02 / Induktion
Induktionslöten, auch Hochfrequenz- oder HF-Löten genannt, ermöglicht die gezielte Erwärmung der Lötstelle bei unterschiedlichen Bauteilgeometrien. Dadurch muss das Werkstück nicht als Ganzes auf Löttemperatur gebracht werden. Die Wärmebelastung ausserhalb der Lötstelle lässt sich so begrenzen.
Mit unseren Induktionsgeneratoren mit 30 und 50 kW können wir heute auch Anwendungen ohne zusätzliche Flamme bearbeiten, für die früher eine unterstützende Erwärmung erforderlich war.
03 / Flamme
Bei grossen oder massiven Bauteilen kann die Erwärmung der Lötstelle einen hohen Energieeinsatz erfordern. Hier nutzen wir die Flamme teilweise als zusätzliche Wärmequelle, um die Erwärmung zu unterstützen und den Prozess zu beschleunigen.
Die Flamme bleibt dort sinnvoll, wo die Bauteilgeometrie eine andere Wärmeführung erschwert. Sie lässt sich flexibel ausrichten, um Wärme gezielt an den benötigten Stellen einzubringen und die Temperaturverteilung am Werkstück zu steuern.
Ob wir mit Induktion, mit der Flamme oder mit einer Kombination arbeiten, entscheiden wir anhand des konkreten Bauteils und der Anforderungen an die Lötverbindung.
Den gesamten Prozess betrachten
Beim Flamm- oder Induktionslöten an Luft kommen häufig Flussmittel zum Einsatz. Diese werden auf Werkstoff, Lot und Arbeitstemperatur abgestimmt. Sie lösen störende Oxide und schützen die Lötstelle während der Erwärmung vor erneuter Oxidation, damit das flüssige Lot die Oberflächen benetzen kann.
Je nach Flussmittel können Rückstände korrosiv wirken und müssen nach dem Löten fachgerecht entfernt werden. Dieser zusätzliche Reinigungsschritt gehört deshalb zur Verfahrensplanung.
Bei der Beratung betrachten wir nicht nur die Lötstelle: Auch Wärmebelastung, Oberflächenanforderungen und notwendige Nacharbeit bestimmen, welches Verfahren für Ihr Bauteil geeignet ist.
Ihr Bauteil ist der Ausgangspunkt
Senden Sie uns Ihre Zeichnung, die Werkstoffangaben und Ihre Anforderungen. Wir prüfen die Machbarkeit und beraten Sie zur geeigneten Wärmeführung und zum weiteren Vorgehen.