GRAG Wissen · Aus unserer Praxis

Welches Hartlötverfahren passt zu Ihrem Bauteil?

Unter Schutzgas, mittels Induktion oder mit der Flamme: Entscheidend sind Bauteilgeometrie, Werkstoff, Wärmebedarf und die notwendige Nacharbeit.

Drei Verfahren. Die passende Wärmeführung.

Eine allgemeine Übersicht gibt eine erste Orientierung. Für die konkrete Verfahrenswahl beurteilen wir Ihre Zeichnung, die Werkstoffe und die Anforderungen an das fertige Bauteil. Dabei verbinden wir technisches Know-how mit unserer praktischen Erfahrung.

01 / SCHUTZGAS

Das ganze Bauteil erwärmen

Das Bauteil muss in den Ofenkanal passen, eine geeignete Geometrie haben und die Prozesstemperatur als Ganzes vertragen.

Schutzgas im Bandofen →
02 / INDUKTION

Die Lötstelle gezielt erwärmen

Induktion ermöglicht eine örtlich begrenzte Erwärmung. So lässt sich die Wärmebelastung ausserhalb der Lötstelle begrenzen.

Induktionslöten →
03 / FLAMME

Wärme flexibel einbringen

Die Flamme lässt sich gezielt ausrichten, wenn die Geometrie eine andere Wärmeführung erschwert. Sie kann die Induktion auch ergänzen.

Flammlöten →

01 / Schutzgas

Hartlöten im Bandofen

Hartlöten unter Schutzgas im Bandofen eignet sich, wenn das Bauteil in den Ofenkanal passt und seine Geometrie eine zuverlässige Lötung ermöglicht. Entscheidend ist ausserdem, dass das gesamte Bauteil die erforderliche Prozesstemperatur verträgt, ohne dass seine benötigten Eigenschaften nachteilig verändert werden.

Beim Hartlöten unter wasserstoffhaltigem Schutzgas wirkt die Atmosphäre reduzierend: Unter geeigneten Bedingungen werden Oberflächenoxide abgebaut und die Benetzung durch das Lot unterstützt. Bei geeigneten Werkstoffen und abgestimmter Prozessführung entstehen blanke Oberflächen.

Da ohne Flussmittel gearbeitet wird, entfällt die anschliessende Entfernung von Flussmittelrückständen.

Mehr zum Löten unter Schutzgas →

02 / Induktion

Gezielte Erwärmung mit Hochfrequenz

Induktionslöten, auch Hochfrequenz- oder HF-Löten genannt, ermöglicht die gezielte Erwärmung der Lötstelle bei unterschiedlichen Bauteilgeometrien. Dadurch muss das Werkstück nicht als Ganzes auf Löttemperatur gebracht werden. Die Wärmebelastung ausserhalb der Lötstelle lässt sich so begrenzen.

Mit unseren Induktionsgeneratoren mit 30 und 50 kW können wir heute auch Anwendungen ohne zusätzliche Flamme bearbeiten, für die früher eine unterstützende Erwärmung erforderlich war.

Mehr zum HF-Löten →

03 / Flamme

Flexible Wärmeführung am Werkstück

Bei grossen oder massiven Bauteilen kann die Erwärmung der Lötstelle einen hohen Energieeinsatz erfordern. Hier nutzen wir die Flamme teilweise als zusätzliche Wärmequelle, um die Erwärmung zu unterstützen und den Prozess zu beschleunigen.

Die Flamme bleibt dort sinnvoll, wo die Bauteilgeometrie eine andere Wärmeführung erschwert. Sie lässt sich flexibel ausrichten, um Wärme gezielt an den benötigten Stellen einzubringen und die Temperaturverteilung am Werkstück zu steuern.

Ob wir mit Induktion, mit der Flamme oder mit einer Kombination arbeiten, entscheiden wir anhand des konkreten Bauteils und der Anforderungen an die Lötverbindung.

Mehr zum Flammlöten →

Den gesamten Prozess betrachten

Auch die Nacharbeit entscheidet

Beim Flamm- oder Induktionslöten an Luft kommen häufig Flussmittel zum Einsatz. Diese werden auf Werkstoff, Lot und Arbeitstemperatur abgestimmt. Sie lösen störende Oxide und schützen die Lötstelle während der Erwärmung vor erneuter Oxidation, damit das flüssige Lot die Oberflächen benetzen kann.

Je nach Flussmittel können Rückstände korrosiv wirken und müssen nach dem Löten fachgerecht entfernt werden. Dieser zusätzliche Reinigungsschritt gehört deshalb zur Verfahrensplanung.

Bei der Beratung betrachten wir nicht nur die Lötstelle: Auch Wärmebelastung, Oberflächenanforderungen und notwendige Nacharbeit bestimmen, welches Verfahren für Ihr Bauteil geeignet ist.

Ihr Bauteil ist der Ausgangspunkt

Gemeinsam das passende Verfahren finden

Senden Sie uns Ihre Zeichnung, die Werkstoffangaben und Ihre Anforderungen. Wir prüfen die Machbarkeit und beraten Sie zur geeigneten Wärmeführung und zum weiteren Vorgehen.